Update 3.9. 01:15 MESZ
Zwei Sonnenstürme (CMEs) Richtung Erde unterwegs. Eintreffen ab 1.9. möglich. Starker bis schwerer geomagnetischer Sturm (G3-G4) und Mittelbreiten-Polarlicht möglich.
Es besteht keine Gefahr für Leib und Leben. GPS-Ortung kann gestört sein. Kurzwellen- und Satellitenkommunikation kann gestört sein (Nachtseite).
CME 2025-08-30 0030Z – AR 4198/4191
Kleine Eruption um Active Region 4198 im westlichen Zentrum erzeugt einen kleinen relativ erdgerichteten CME (Sonnensturm).
Geschwindigkeit 880 km/s



☞ NASA M2M Enlil & Analyse kauai.ccmc.gsfc.nasa.gov/DONKI/view/CME/40972/1
Mögliche Ankunft im Laufe des 1./2. September – dieser wird aber wohl eingeholt durch folgenden CME:
CME 2025-08-30 2030Z – AR 4199/4204
Full-Halo-CME nach M2.7-Long-Duration-Flare aus Region 4199, die zuvor einen Full-Halo-CME auf der Rückseite produziert hat.
Geschwindigkeit ca. 1300 km/s
Dimming, EUV-Welle, Radioemissionen, lang andauernde Röntgenemission (M2.7)
Dimming, EUV-Welle, lang andauernde Röntgenemission (M2.7)

2025-08-31 01:17

2025-08-31 03:17


NASA M2M

2025-09-01 0000z

2025-09-01 1200z

2025-09-02 0000z

2025-09-02 1200z
☞ NASA Enlil-Lauf für zwei CMEs: kauai.ccmc.gsfc.nasa.gov/DONKI/view/WSA-ENLIL/40996/1

Eintreffen schon am 1.9. möglich, Kp 7 bis 8 (G3 STRONG – G4 SEVERE STORM), falls die magnetische Nord-Süd-Komponente Bz mitspielt (muss lange genug negativ sein) – das würde buntes Polarlicht bis in die Alpen bedeuten, im Norden dann durchaus auch deutlich visuell. Ob es wirklich so kommt, wird sich zeigen. Die Möglichkeit besteht immerhin.
Das Doppel-Ereignis erinnert stark an das Neujahrs-Event mit buntem Polarlicht in den Alpen (allerdings nur fotografisch, im Norden war es komplett bedeckt). Da wir nun näher an der Tag-Nacht-Gleiche sind, könnten die Folgen des Impacts sogar noch etwas stärker sein (Äquinoktial-Effekt).
Der NASA-Lauf hier ist nur eine Möglichkeit und gibt keine Wahrscheinlichkeiten an.
Dass wir vom CME getroffen werden ist relativ sicher, wie stark und wann jedoch unsicher. Wie groß die Unsicherheit ist, zeigen folgende Modellläufe:
ELEVo
ELEVo-Ensemble-Runs mit 50.000 Members hat eine ganze Reihe von CMEs gelistet, von denen uns aber wohl die meisten nördlich oder südlich verpassen.
2025-08-30 00:23Z CME
Ankunft 2025-09-01 09:00Z +- 7h;
v 666 km/s +- 100 km/s
Wahrscheinlichkeit 90%
2025-08-30 20:09Z CME
Ankunft 2025-09-01 13:00Z +- 6h;
v 830 km/s +- 140 km/s
Wahrscheinlichkeit 100%

SWPC/NOAA
Ähnliches Szenario wie NASA, Einholen des ersten CMEs, Eintreffen am späten 1.9., hohe Dichte, hohe Geschwindigkeit (700 km/s)


G2 Watch für 09-01
G3 Watch für 09-02
☞ www.swpc.noaa.gov/products/wsa-enlil-solar-wind-prediction
HUXt
Späte Ankunft berechnet HUXt mit 500 Members: 2.9. 17:50Z +-6h, Start 1150 km/s, Ankunft 500 km/s +- 30 km/s – das Modell ist sich also ziemlich sicher, dass der CME stark abgebremst wird und später ankommt, jedoch zu 99% sicher, dass der CME ankommt.
☞ research.reading.ac.uk/met-spate/huxt-forecast/
Bei so einer relativ späten Ankunft wäre der geomagnetische Sturm wohl nicht stärker als G2.
MOSWOC
Das britische MetOffice Space Weather Operations Centre hat einen G4-Watch (Vorwarnung) veröffentlicht gültig vom 1.9. 1200 UTC bis 3.9. 0900 UTC.
swe.ssa.esa.int/metoffice-alerts-e-federated (esa Portal login)
weather.metoffice.gov.uk/specialist-forecasts/space-weather


day 1 = 31.8., day 2 = 1.9., day 3 = 2.9., day 4 = 3.9.

Quelle: MOSWOC space weather forecast email
Region 4197 bleibt hinter den Erwartungen zurück
Von 4197 haben viele den nächsten großen CME erwartet – aber es kam ganz anders. Am 30.8. produzierte sie zwar zwei M-Klasse-Flares im niedrigen Bereich jedoch ohne Eruption. Dennoch ist 4197 immer noch die größte und komplexeste Region auf der Sonnenscheibe, starke Flares (x?) und CMEs noch immer zu erwarten.
CME Update
STEREO A Heliospheric Imager 2 zeigt CME



2025-09-01 07:00 MESZ: In pink die Erde (nur ganz ungefähr), die Sonne liegt außerhalb des Bildes rechts. Wir blicken seitlich auf die Achse Erde-Sonne vom STEREO A Satelliten aus. Die Quicklook-Beacon-Bilder enthalten leider nicht die ganze Bildinformation (mit genauer Position der Erde) aber geben ein Gefühl dafür, wo der CME gerade ist: Er hat über die Hälfte seines Weges zur Erde zurückgelegt.
Der schwarz-weiße Fleck in der Mitte ist wahrscheinlich Mars und das fleckige Gebilde was von unten in der Mitte schräg aus dem Bild ragt die Milchstraße…
☞ stereo-ssc.nascom.nasa.gov/beacon/beacon_secchi.shtml

CME Impact 2025-09-01 20:25 UTC

Interplanetare Shockfront erreicht Lagrange-Punkt 1 um 20:25 UTC (22:25 MESZ):
Werte springen auf
- Btotal 4 ➪26 nT
- Geschwindigkeit 428 ➪ 645 km/s
- Dichte 3 ➪ 12 p/ccm
Bz pendelt um 0 (-7 nT – +3nT) – der Aufprall der Shockfront wird in Kürze zu geomagnetischer Aktivität führen – ab wann wir mit Aurora rechnen können bleibt abzuwarten. Es ist ziemlich wahrscheinlich dass die Werte weiter ansteigen. Dies ist der turbulente Sheath-Bereich des CMEs, Prognosen über den Verlauf von Bz sind deshalb noch nicht möglich.
Geomagnetischer Sturm – Aurora bisher nur am Polarkreis
23:20 MESZ – Die Aurora ist sichtbar in Nordskandinavien, fotografisch nachweisbar bis 58°N – Bz pendelt nach wie vor – insgesamt überwiegend nördlich – also ist alles weiterhin ungewiss.

Damit das Oval Richtung Äquator wandern kann brauchen wir eine längere Periode mit negativen Bz-Werten und bei 600 km/s müssten es auch etwas mehr als -7nT sein. Für eine gute Show in hohen Breiten (Polarkreis) reicht es, Mitteleuropa muss sich noch gedulden oder auf einen spontanen Substurm hoffen.
Falls es diese Nacht nichts mehr wird: Die Chancen stehen gar nicht schlecht, dass der geomagnetische Sturm bis in den morgigen Abend/Nacht hinein anhält.
Jetzt vielleicht: Bz -15 nT

2.9. 01:20 MESZ – Nun kann das Oval nach Süden wandern und für Mittelbreiten-Aurora sorgen. Bis der Effekt am Erdmagnetfeld ankommt dauert es noch.
01:25 MESZ – Im Moment ist ein Substurm im Gange mit Aurora-Sichtungen bis 52°N – der Turn auf negativ-Bz wird sicher einen zweiten stärkeren auslösen.
01:30 MESZ – Polarlicht in den Alpen


Und an der Nordsee…

CME Flux Rope

Orange: Nord-Süd-Komponente Bz
Die turbulente Sheath-Phase ist überwunden. Mit Bz von minimal -25 nT gab es kurzzeitig kräftige magnetische Konvektion, jedoch kippte Bz dann ins Nördliche und verblieb dort lange Zeit, was den Menschen in Nordamerika die Aurora versalzen hat. Nun befinden wir uns in der „Magnetic Cloud“ mit dem wohlstrukturierten Magnetfeld eines „Flux Ropes“ und zwar vom Typ NWS (vermute ich stark – wir werden es in Kürze wissen). Das bedeutet: Bz wird negativ und verbleibt dort.
Vielleicht gibt es dann heute Abend nochmals schöne Aurora zu bestaunen.
Aurora 2.9./3.9.
20:30 MESZ – Aktuell geht im nördlichen Russland (Sibirien) die Post ab:

61°N 77°E + 65°N 111°E ☞ starvisor.net
22:20 MESZ – Rügen mit grünem Bogen und diffuser violetter Aurora

22:40 MESZ – Brocken

01:10 MESZ – Mitternachts-Substurm-Power


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