Update 2026-03-28, 03:00 UTC

Schneller Sonnenwind und erhöhte Polarlichtwahrscheinlichkeit am 22.3. und vielleicht 23.3.; CME-Streifschuss möglich am 25.3.

Synoptik

2026-03-22, 17:00 UTC – Zentral auf der Sonnenscheibe ein großes koronales Loch mit negativer Polarität. Wir befinden uns gerade im zugehörigen schnellen Sonnenwind.

Im Westen zieht die aktive Region 4392 langsam weiter zum Rand. Sie hat uns koronale Massenauswürfe beschert und ist mittlerweile ziemlich ruhig geworden. Einige neue Regionen im Zentrum, die wir weiter beobachten – im Moment sind sie noch klein und relativ einfach. Am Ostrand sind drei neue Regionen aufgetaucht und dahinter lauern weitere. Auch diese sind im Moment ruhig, haben aber Potential Weltraumwetter-Ereignisse zu erzeugen.

Wir werden weiter im Einfluss des High-Speed-Streams bleiben, die Polarität ist günstig für die Jahreszeit (Russell-McPherron-Effekt), der Äquinoktial-Effekt sorgt für weitere Verstärkung der Effekte. Die Polarlichtwahrscheinlichkeit ist generell erhöht.

SDO AIA 171/193/22 und SFDO HMI Magnetogramm + Kontinuum

Die Animation zeigt die Entwicklung der kleineren Regionen im Zentrum und das Magnetfeld über den Regionen am Rand.

Analyse Sonnenwind

Eine ganz grobe Übersicht über die Ereignisse der vergangenen Tage. Mehrere CMEs (koronale Massenauswürfe, ‚Sonnenstürme‘) sind durchgezogen und nun hat uns der schnelle Sonnenwind aus dem koronalen Loch CH33– erreicht. Gerade ist die geomagnetische Aktivität hoch bis sehr hoch, mal sehen ob es sich noch bis zur Dunkelheit in Mitteleuropa hält.

Geomagnetische Aktivität am 22.3.2026


Live-Updates

An dieser Stelle folgen Updates zu geomagnetischer Aktivität, Aurora, Änderungen im Sonnenwind oder Ereignissen auf der Sonne

2026-03-22, 19:15z – Aurora an der Ostsee

Grüner Bogen des Aurora-Ovals und darüber rote diffuse Aurora. Wir warten auf den nächsten Substurm, um etwas mehr Aktivität zu sehen.

2026-03-22, 20:30z – Reverse Shock und Substurm

Rote Strahlen mit blauer Spitze (Blue Top Rays) um 2100 MEZ (2000 UTC) – ein kräftiger Substurm nach Durchzug des Reverse-Shocks des beginnenden High-Speed-Streams

https://usedom.panomax.com/bansin?t=2026-03-22+21-00-00&r=10&z=65&tl=0

Die Stärke des interplanetaren Magnetfelds ist auf 5 nT gesunken, dadurch wurde ein Substurm getriggert bzw. intensiviert. Sollte Bt so niedrig bleiben, wird die Aurora wohl nicht mehr so intensiv und die Chancen sie noch zu sehen schwinden im Süden.


Polarlichtsichtungen aus Mitteleuropa (AKM-Forum)
Polarlicht 2026-03-22/23


2026-03-23, 01:00z – Filament-Eruption gegen 1600z, 22.3. – CME könnte uns am 25.3. streifen

SDO AIA 171, 193, 211, SDO AIA 211 Base Difference
Größere Filament-Eruption im Südosten der Sonne
NASA M2M Enlil Dichte

https://kauai.ccmc.gsfc.nasa.gov/DONKI/view/CME/45244/6

EIn langsamer CME könnte diesen ausbremsen. Die erwarte Ankunft des Shocks berechnet NASA für den 24.3., der CME selbst könnte uns am 25.3. streifen und dabei in den abklingenden High-Speed-Stream geraten. Dadurch vielleicht etwas Verstärkung. Kp max 5-6 laut NASA’s Enlil.

2026-03-24, 01:00z – Synoptische Karte & CME Update

Synoptische Karte der Sonne
SDO AIA 171/193/221, SDO HMI Magnetogramm + Kontinuum + GONG H-alpha
  • Region 4400 mit anti-Hale-Konfiguration und einem großen Delta-Spot (beta-delta) befindet sich im Wachstum, rotiert jedoch langsam aus der Earth-Strike-Zone (unserer Schusslinie)
  • Region 4392 feuerte noch mehrere CMEs, aber nicht mehr erdgerichtet
  • Regionen 4398 und 4397 in Verfall
  • Regionen 4399, 4402 ohne große Änderungen
  • Region 4401 ist im Moment die größte, jedoch hat sie nur eine bipolare Kinfiguration und ist damit im Moment recht stabil

Wir sind noch mit dem schnellen Sonnenwind aus dem koronalen Loch CH33– gekoppelt. Die Geschwindigkeit wird in den nächsten Tagen abnehmen. Polarlicht beschränkt sich jedoch zunächst auf die Aurora-Zone am Polarkreis. Die Chance in Mittelbreiten auf Aurora erhöht sich dann wieder etwas am 24.3. und noch mehr am 25.3. – wahrscheinlich vor allem Substurm-getriebene Aurora, falls die CMEs eintreffen.

Die CMEs vom 22.3. und 21.3. sind gut im Heliospheric Imager zu sehen. Der letztere hat den langsamen bereits eingeholt. Gegen 1700 UTC am 23.3. lag die Front bei 0.35 AU. Ein Eintreffen im Lauf des 25.3. sollte damit möglich sein. Der CME vom 22.3. hatte zudem eine Schockfront – unter Umständen trifft diese früher ein (am 24.3.). Ob und wann und wie stark tatsächlich etwas eintrifft ist sehr unsicher.

2026-03-25, 05:00z – Synoptische Karte & Kurzvorhersage

  • zunehmende Flare- und CME-Wahrscheinlichkeit
  • abnehmender Einfluss des High-Speed-Streams von CH33–
  • Region 4401 im Wachstum, zunehmende Komplexität
  • neue Flaring-Region am Ostrand
  • verbleibende Regionen stabil oder im Verfall
  • Chance auf CME-Glancing-Blow und/oder Shock-Impact am späten 25.3., eher am 26.3.

2026-03-28 – Rückblick: Kam der CME an?

Die Satelliten am Lagrange-Punkt 1 haben Anzeichen von einem oder mehreren schwächeren CME-Vorbeizügen gemessen: Anstieg der niederenergetischen beschleunigten Protonen im EPAM, Zunahme der Magnetfeldstärke, Zunächst Zunahme dann Abnahme der Dichte, Abnahme der Temperatur. Das Magnetfeld war nur anfangs südlich ausgerichtet, damit blieb die geomagnetische Wirkung gering. Ob die Ankunft am frühen 25.3. der CME vom 21.3. oder vom 22.3. oder ein anderer war, lässt sich nicht zweifelsfrei feststellen.

raumwetter.de/echtzeitsonnenwind

neutronm.bartol.udel.edu/spaceweather/welcome.html#losscone


Mehr Updates immer auf X oder bluesky

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4 Gedanken zu „High-Speed-Stream, Polarlicht und neue Regionen“
  1. Hallo Marko,
    ein Vorschlag für diese Seite: Videos mit H.264 anstatt H.265 codieren.
    Hintergrund: Microsoft die Treiber für H.265 in Windows entfernt und diese müssen separat (erworben und) installiert werden. Eine kostenlose Variante ist nach etwas Suche auch verfügbar.
    Wenn man die hiesige Seite ohne H.265-Trebier z.B. in Firefox öffnet, kann man die Videos nicht abspielen und es wird eine – vor allem für den Laien – kriptische Fehlermeldung eingeblendet.
    Ist für mich als Softwareentwickler kein Problem dem Problem auf den Grund zu gehen und eine Lösung zu finden. Aber für andere schon.
    Es ist mir bewusst, dass H.265 effizienter ist. Bei den kleinen Videosequenzen in niedriger Auflösung hier auf der Seite dürfte es aber vernachlässigbar sein.
    VG, Carl

  2. Ich habs auch erst durch die Meldung eines Besuchers auf meiner Homepage mitbekommen, dass einige Videos sich nicht abspielen lassen.

    Bei gleicher Bitrate ist H.265 etwas kleiner, wobei der Vorteil je nach Bildmaterial variiert. Wenn man eine etwas niedrigere Bitrate nimmt, kommt man auf die gleiche Dateigröße, bei oftmals nicht wahrnehmbarem Qualitätsunterschied.

    1. H.264 ist bei meinen Videos etwa doppelt so groß. Nun muss ich mich wohl jedes Mal mit Optimierung beschäftigen – das ist sehr ärgerlich. Ich habe mich etwas eingelesen in die Materie – alles viel komplizierter als erwartet, aber die Anzahl der Kombination aus Betriebssystem/ Hardware/ Browser, die ohne weiteres H.265 abspielen können scheint insgesamt wieder abzunehmen seit November 2025, nachdem die Lizenzgebühren für HEVC/H.265 erhöht wurden.

      HP und Dell haben darauf mit der Deaktivierung der Hardwareunterstützung von H.265 auf günstigeren Laptops reagiert, nicht nur bei Neugeräten auch nachträglich.

      Wohingegen das Patentkonsortium sich jetzt wahrscheinlich Toiletten aus reinem Gold leisten kann.

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