1.10. 23:30 MESZ
Der Nordosten am 28.9. – M-Flares & CMEs
28.9. 21:00 MESZ – Vier neue Region im Osten der Sonne mit hoher Aktivität: CMEs und Flares am laufenden Band
rapide Entwicklung einer vierten Region
Ein M6.5 Flare aus Region 4232, ein M1.0 Flare aus Region 4233 nördlich davon am 28.9.
Ein M6.5 Flare, ein M1.0 Flare und viele kleinere
Einige koronale Massenauswürfe (CMEs) wurden in den letzten 48 Stunden vom Komplex im Nordosten produziert.
Zwei große koronale Löcher befinden sich zwischen dem aktiven Nordosten und der Erde. Deren High-Speed-Streams verhindern im Moment, dass die abgefeuerten CMEs die Erde erreichen. Das PFSS-Modell zeigt das potentielle Magnetfeld der Sonne. Daraus lässt sich die Zugbahn von CMEs ableiten. Die Linien stimmen ziemlich genau mit der Beobachtung im Koronografen überein.

Zunächst wird uns der schnelle Sonnenwind aus den beiden großen koronalen Löchern erreichen. Sie sind positiv polarisiert – günstig im September/Oktober. Deren Einfluss sehen wir wohl in drei bis vier Tagen. So lange müssen wir uns vermutlich auch noch gedulden, bis CMEs aus dem Nordosten uns erreichen können. Warten wir ab, ob die Aktivität so lange anhält bzw. ob wir doch schon vorher etwas abbekommen.
CME-Streifschuss möglich am 30.9./1.10. (CME vom 28.9. 0900z)
29.9. 01:00 MESZ – Der koronale Massenauswurf (CME, „Sonnensturm“), der bei dem M6.5-Flare um Region 4232 entstanden ist, ist recht breit (66°) und schnell (1200km/s). Er könnte den High-Speed-Stream durchbrechen und uns in der Nacht vom 30.9. zum 1.10. einen Streifschuss bescheren. Ich persönlich halte es für nicht sehr wahrscheinlich, aber das Enlil-Modell der NASA berechnet diese Möglichkeit.

2025-10-01 0000z

NASA Enlil Dichte
2025-10-01 0000z
Die Auswirkungen blieben aber gering. Ein maximaler Kp-Wert von 3 bis 5 wird berechnet. Im simulierten Zeitraum für die Ankunft passieren wir gerade die Stream-Interaction-Region (SIR/CIR) einer der beiden großen koronalen Löcher, die hauptverantwortlich für erhöhte geomagnetische Aktivität sein wird.
Animierte GIFs:
- https://iswa.ccmc.gsfc.nasa.gov/iswa_data_tree/model/heliosphere/wsa-enlil-cone/animation-cme-velocity-earth/2025/09/20250928_114100_2.0_afwa_anim.tim-vel.gif
- https://iswa.ccmc.gsfc.nasa.gov/iswa_data_tree/model/heliosphere/wsa-enlil-cone/animation-cme-density-earth/2025/09/20250928_114100_2.0_afwa_anim.tim-den.gif
Wie auch immer: Dieser CME räumt möglicherweise große Teile des High-Speed-Streams aus dem Weg und macht die Bahn frei für nachfolgende CMEs. Nachtrag 2.10.: Wohl eher nicht… Wieso hab ich das geschrieben? Die Wahrscheinlichkeit von jenen getroffen zu werden ist dann erhöht – zumal die Ursprungsregion zeitgleich weiter Richtung Erde rotiert.
Nachtrag 1.10. 01:00 MESZ – Im Solar Orbiter, der sich östlich von uns befindet sind keinerlei Anzeichen eines CME zu sehen. Jedoch befindet sich Solar Orbiter auch 7° nördlich relativ zur Erde. Es kann also durchaus sein, das südlich etwas an ihm vorbeischlüpft, was uns später erreicht.
Nachtrag 1.10. 23:30 MESZ: Der CME hat vermutlich schwach Solar Orbiter passiert und möglicherweise hat uns sein interplanetarer Shock erreicht mit minimalen Auswirkungen.


CME Deflection – Ablenkung von koronalen Massenauswürfen
Ein gut bekanntes Phänomen ist die Ablenkung von CME-Zugbahnen in der niedrigen Corona. Am Rande von koronalen Löcher ist die Richtung stets weg von Ihnen. Am Rande von Helmet-Streamern ist die Ablenkung in Richtung der Neutrallinie (zu kompliziert für eine kurze Erklärung). Eine großartige Hilfe bei der Vorhersage der potentiellen Zugbahn ist das PFSS-Modell. Die Beobachtung deckt sich oft erstaunlich gut mit den berechneten Feldlinien (aber keinesfalls immer).

Das PFSS-Modell zeigt die potentielle Ablenkung von CMEs. Das Magnetfeld der beiden großen koronalen Löcher CH83+/CH84+ lässt Auswurfmaterial eine Zugbahn nach Osten annehmen.
Die CMEs aus dem Nordosten hatten bisher überwiegend jetartigen Charakter – damit diese uns treffen können müssen wir warten, bis der Komplex ins Zentrum der Sonne gewandert ist. Ob dann noch CMEs produziert werden lässt sich noch nicht abschätzen.
Filament-Eruption am 30.9.
Eine Protuberanz (Filament am Rand) ist eruptiert und hat einen breiten CME erzeugt. Erdgerichte Anteile sind höchstwahrscheinlich keine dabei.
Noch ein Stealth-CME?
1.10. 23:30 MESZ – In Zusammenhang mit der oben erwähnten Filament-Eruption gab es noch zahlreiche weitere. Insgesamt kann man es als komplexe Eruption sehen. In SOHO LASCO C2 sehen wir einen nach Osten ausgerichteten Halo und schwer zu erkennen ist auch eine ähnliche Struktur in STEREO A. Ganz sicher, ob das tatsächlich ein erdgerichteter CME ist, ist es nicht – der genaue Ursprungsort lässt sich nicht schnell ermitteln. Es kommt eine große Region dafür in Frage. In STEREO HI1 Heliospheric Imager ist nichts zu erkennen, das muss aber nichts heißen. Diesmal lässt sich nicht ohne Triangulation abschätzen, wann wir mit dem Eintreffen rechnen können. Aber falls morgen oder übermorgen ein CME eintrifft, wird es wohl dieser sein.

SOHO LASCO C2 Running Difference

SOHO LASCO C2 Running Difference
Es hat den Anschein, als sei der CME rechts/im solaren Westen ziemlich klar umrissen, im Osten jedoch nur schemenhaft erkennbar. Das könnte daran liegen, dass dieser Teil in den High-Speed-Stream geraten ist und von diesem zerstreut wird. Es kann auch andere Gründe dafür geben.

SOHO LASCO C2 Running Difference

STEREO A COR2 Running Difference
Mit viel gutem Willen lässt sich der Bogen im Norden erkennen – das wäre ein asymmetrischer Full-Halo mit eigenartiger Spitze nach Süden – vermutlich gibt es mehrere Ursprungsorte oder unterschiedliche Bereiche sind unterschiedlich schnell..

Dieses Mal bleibt es bei Schnappschüssen ohne weitere Analyse.
Der intensive High-Speed-Stream mit 800 km/s und vorwiegend südlichem Magnetfeld wird uns wohl noch ein oder zwei (vielleicht mehr?) Tage erhalten bleiben – mal sehen wie sich ein daruntergemischter CME verhält (falls er denn ankommt).
Zu guter letzt besteht eine geringe Chance, dass wir vom Shock eines schnellen CMEs nach Westen (auch im C2 Koronografen zu sehen) etwas gestreift werden am 2.10., eher 3.10. aber ob wir davon viel merken werden ist ungewiss.
Weiter im nächsten Artikel:
Die Sonnenaktivität bleibt moderat erhöht
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