Update 7.2..06:00 MEZ
Region 4366 (Nordosten) sorgt für starke Flares am laufenden Band, ein CME vom frühen 2.2. verbunden mit einem X8.1-Flare ist am 4.2. eingetroffen
01-31 15:00 – Neue Region 4366: Schnelles Wachstum & Komplexität
Vor 24 Stunden noch ein unscheinbarer Fleck hat sie jetzt schon größere Sonnenflecken unterschiedlicher Polarität und zeigt starkes Flux-Emergence im vorderen Bereich. die Polaritäten vermischen sich, eine Wirbelstruktur ist zu erkennen.
SDO HMI Magnetogramm + Kontinuum
SDO AIA 171
Sie interagiert mit ihrer Umgebung und es sind bereits einige dichte Kern-Filamente zu sehen. Sie produziert C-Klasse-Flares am laufenden Band, die immer stärker werden:
C1.5 C1.9 C1.1 C1.3 C.15 C2.0 C3.1 C4.9 C6.2 C6.1
Wenn es so weiter geht, produziert sie bald M-Klasse-Flares. Sollte sie sich tatsächlich kontinuierlich entwickeln und noch mehr Komplexität aufbauen, hat sie das Potential für erdgerichtete CMEs (koronaler Massenauswurf, Sonnensturm), wenn sie in einigen Tagen in unserer Schusslinie liegt.
Warten wir ab und beobachten weiter genau.
02-01 04:00 – Region 4366 – der erste M-Klasse-Flare
Einen impulsiven M1.7-Flare feuerte Region 4366 kurz nach 0200 UTC.
18 Stunden Hyperaktivität mit zahlreichen Mini-Eruptionen, die ausnahmslos nach N/O/S abgelenkt wurden, dem koronalen Loch im Westen sei Dank.
Die Entwicklung bleibt weiter spannend. In 2-3 Tagen ist sie in unserer Schusslinie, aber vorher müssen wir noch zwei Barrieren passieren: eine Sector-Boundary-Crossing, da wir kurzzeitig den positiven Sektor durchlaufen, der durch kleine positiv polarisierte Löcher im Norden entstanden ist und die Vorderseite des schnellen Sonnenwinds aus dem koronalen Loch CH19-..
02-01 06:00 – Rotation der Sonnenflecken – Rezept für stärkere Flares
Region 4366
2026-01-31 09:13z – 2026-02-01 01:19z
Der rote Fleck mit positiver Polarität in der Mitte ist eingeschlossen und von negativer Polarität umgeben. Überall taucht magnetischer Fluss beider Polaritäten auf (Flux-Emergence), und die größeren Flecken haben begonnen deutlich zu rotieren. Das bedeutet, dass das Magnetfeld über ihnen stark verdreht wird. Kommen sich dann positive und negative Feldlinien zu nahe kommt es zur Rekonnexion und viel Energie wird plötzlich freigesetzt.
02-01 12:00 – Immer mehr M-Klasse-Flares

Die meisten C-Klasse und alle M-Klasse-Flares stammen von Region 4366, der stärkste bisher ein M6.6-Flare um 10:02 UTC (11:02 MEZ). Noch sind die Flares nicht eruptiv, durch die ständigen kleinen Entladungen kann sich auch nicht viel Material ansammeln.
Sollte die Region einen CME produzieren, würde dieser wohl nach Norden, Osten oder Süden abgelenkt. zudem müsste er zwei Barrieren überqueren, um uns zu erreichen: die Stream-Interaction-Region vom koronalen Loch CH19– sowie die heliosphärische Stromschicht davor (Sector Boundary Crossing). Es lohnt sich also erst in zwei bis drei Tagen, CMEs von Region 4366 zu verfolgen (falls welche entstehen sollten).
02-01 17:00 – Reihe stärkerer Flares ohne CME
Zwischen 0900z und 1400z wurden eine Reihe stärkerer Flares produziert (M6-X1). Dabei sind keine koronalen Massenauswürfe entstanden. Die Sonne schießt mit Platzpatronen.
Magnetische Loops, koronales Plasma
Region 4366 schießt mit Platzpatronen
Die explosivste Sektion ist im Moment im zentralen Süden der Region, aber auch im hinteren Bereich gibt es beispielsweise magnetische Rekonnexion. Es gibt also mehrere Stellen, wo sich ständig Magnetfeldlinien unterschiedlicher Polarität berühren. Dadurch kommt es andauernd zu Flares, aber es gibt dem Plasma keine Gelegenheit sich irgendwo anzusammeln und später als CME im Weltraum zu landen.
02-01 20:00 – Synoptische Karte
Heute mal nur die Karte ohne Begleittext, es geht ja gerade ohnehin nur um eine Sache.

1.2.2026
02-02 18:00 – X8.1 Flare und Filament-Eruption mit CME (Update 22:00)
Gegen 01:00 MEZ (00:00Z) ereignete sich ein X8.1-Flare (der drittstärkste dieses Sonnenfleckenzyklus) bei dem ein Filament aus Region 4366 eruptiert ist. Erste Koronografen-Bilder liessen auf eine stark nördliche (nordöstliche/nordwestliche) Ablenkung schließen. Spätere auf eine westliche.
X8.1-Flare aus Region 4366, Peak am 1.2. um 23:58
Es handelte sich um die Eruption eines Kern-Filaments. Filament-Eruptionen mit viel kaltem Plasma lassen sich besonders gut in SDO AIA 304 erkennen:
X8.1-Flare aus Region 4366; hier gut zu sehen wie das Filament uas dem Innern der Region quasi explodiert
SWPC/NOAA hat einen Type-II Radiosweep mit geschätzter Geschwindigkeit von 720 km/s registriert (0000-0004z, 40-180 MHz), sowie einen Type IV Radiosweep (0017z-0906z, 25-180 MHz; Hinweis auf CME-Shockwelle). EOVSA registrierte zudem einen starken Mikrowellen-Burst.

☞ ovsa.njit.edu/browser/?suntoday_date=2026-02-02
☞ www.swpc.noaa.gov/products/solar-and-geophysical-event-reports
Das PFSS-Modell (potentielles Magnetfeld) hilft dabei, die CME-Ablenkung nachzuvollziehen. Wie oben bereits erwähnt ist das koronale Loch südwestlich der Region im Weg. Offene Feldlinien in blau zeigen nach Nordosten. Etwas Material konnte sich wohl auch entlang des Streamer-Belts nach Nordwesten durchtunneln.
In der obigen Animation sehen wir in Dunkel das Plasma des Filaments wie es in der Korona herumwirbelt und in schwarz Dimming – nicht sehr großflächig – dort wurde Material aus der Korona evakuiert.
Koronografen-Bilder vom Morgen/Vormittag des 2.2.

09:15 UTC 2.2.2026

04:45 UTC 2.2.2026
Den Bildern in STEREO COR2 / CCOR-1 nach zu urteilen sieht der CME so aus:

Bohnenförmig mit einer nach Südwesten gerichteten Nase, die auch nach Südwesten – also Richtung Erde – expandiert.
02-02 18:00 – CME-Vorhersage (Update 02-03 20:00)
NASA M2M hat den CME zunächst mit 267 km/s erfasst und simulierte eine Ankunft am späten 5.2. mit minimalen Auswirkungen. Dabei waren nur einige Frames von CCOR-1 vorhanden und keine Triangulation möglich. Neuere Analysen mit drei Koronografen ergeben jetzt eine Geschwindigkeit über 500 km/s.
NASA M2M hat den CME neu analysiert und simuliert: kauai.ccmc.gsfc.nasa.gov/DONKI/view/CME/44371/1
Geschwindigkeit jetzt 587 km/s; möglicher Impact/Streifschuss später 4.2., Kp 5-7

Dort wo es dunkel ist, befindet sich der High-Speed.Stream vom koronalen Loch CH19-

STEREO A HI1 zeigt den CME von der Seite. Um 15:17 UTC am 2.2. hat er etwa 0.2 AU erreicht, damit reist er durchschnittlich mit etwas über 500 km/s, das deckt sich mit NASAs/MOSWOCs Analyse. Wir sehen auch dass in der Bildmitte eine Beule in die Achse Erde-Sonne hineinreicht, die uns streifen könnte (Erde links, Sonne rechts, rechts 0.1 AU, links 0.4 AU)
MOSWOC (Met Office UK) hat den CME ebenfalls analysiert und simuliert:
swe.ssa.esa.int/metoffice-enlil-e-federated
Geschwindigkeit 520 km/s (Stand Modelllauf von 0800 UTC)
Ankunft 5.2. vormittags/morgens, Kp 4-6
MOSWOCs Enlil sieht zunächst die Ankunft der Stream-Interaction-Region vom koronalen Loch CH19-, anschließend den CME der uns mit seiner Südflanke streift. Angenommen, die SIR trifft so ein und würde uns Kp 4-5 bringen, ist es vorstellbar, dass es mit CME-Unterstützung Kp 5-6 werden. Es bestehen also gewisse Chancen auf Polarlicht in der Nacht vom 4.2./5.2., je nachdem wann der CME eintrifft. Sollte es nach Mitternacht sein, schwinden die Chancen. Umso später der Impact, umso schwächer wird er sein.
HUXt Ensemble mit 500 Members sieht eine 72%ige Chance für einen Treffer, Ankunft am Nachmittag des 5.2. research.reading.ac.uk/met-spate/huxt-forecast/


Update 3.2. 20:00 MEZ – SWPC und MOSWOC haben jeweils einen neuen Lauf gestartet, nun ist kein High-Speed-Stream mehr zu sehen im Sonnenwind, bei MOSWOC bleibt das Eintreffen etwa so, bei SWPC wird es später berechnet, jedoch ist der CME deutlich dichter.


SWPC veröffentlicht einen G1-Watch für den 5.2. (UTC-Tag), also MINOR STORM/ Kp5 und dessen Enlil zeigt eine Ankunft zusammen mit der SIR/CIR von CH19- etwa mittags am 5.2. www.swpc.noaa.gov/products/wsa-enlil-solar-wind-prediction
Update 3.2. 20:00 MEZ – G1 Watch jetzt für den 5.2. und 6.2.
Die Randlage und der Einfluss des High-Speed-Streams machen diese Vorhersage sehr unsicher. Ich tippe auf eine Ankunft gegen Mitternacht 4.2./5.2. mit mäßigen Auswirkungen, bin insgesamt aber skeptisch, ob wir überhaupt etwas abbekommen.
02-02 13:30 – Mehr X-Flares, mehr Platzpatronen
Region 4366. Ein komplexer „Bad Actor“, der viele starke bis sehr starke Flares erzeugt, aber bisher nur einen echten Massenauswurf.
Die Animation zeigt das photosphärische Magnetfeld der Sonne (von der ‚Oberfläche‘), Sonnenflecken und Flares.
02-03 06:00 – Update Sonnenflecken, Flares & CMEs
Aktuelle Sonnenflecken-Situation der großen Gruppe 4366: Nach wie vor starke magnetische Scherung und Rotation – Potential für weitere starke Flares
Region 4366, Magnetfeld-Polaritäten, Sonnenflecken
02-03 19:00 – Update Sonnenflecken, Flares & CMEs
Es geht immer weiter mit Flux-Emergence (Auftauchen magnetischen Flusses), starker magnetischer Scherung/ starkem magnetischen Stress und damit einhergehend ständiger Rekonnexion von Feldlinien entgegengesetzter Polarität, bei der viel Energie in Form von starken Flares freigesetzt wird. Es besteht gar keine Möglichkeit für Plasma, sich anzusammeln und für koronale Massenauswürfe zur Verfügung zu stehen. Eine kleine Pause würde vielleicht helfen.
Sonnenflecken, Polaritäten, Solare Flares
Sehr viele M-Klasse-Flares, einige X-Klasse-Flares, aber bisher nur ein größerer koronaler Massenauswurf (CME)

Im STEREO A Heliospheric Imager II sehen wir einen CME auf der Achse Sonne-Erde mit eigenartiger Struktur. Es scheint als wären zwei CMEs ineinander verwoben. Wir sehen, dass sich etwas Richtung Erde bewegt, das zudem eine hohe Dichte zu haben scheint, dabei aber nicht besonders schnell ist.

3.2.2026 07:46 UTC

3.2.2026 09:46 UTC
Es ist der CME, der bei dem X8.1-Flare (oder X8.3, je nach Satellit, der gemessen hat) entstanden ist. Wir können nicht zweifelsfrei feststellen, ob er die Erde treffen oder nur streifen oder vielleicht sogar nur hinter ihr vorbeiziehen wird. Modellberechnungen gehen von einem Eintreffen am späten 4.2. oder im Laufe des 5.2. aus. Die Schlaufe (wie auch immer die Struktur einzuordnen ist) scheint sich etwas schneller zu bewegen als die massivere Struktur. Sollte sie sich tatsächlich auf einer Bahn Sonne-Erde befinden, hat sie gute Chancen in der zweiten Tageshälfte am 4.2. einzutreffen. Vielleicht klappt es ja mit Polarlicht. Die Magnetosphäre ist jedoch nicht vorkondizioniert und wird länger brauchen, um uns Mittelbreiten-Aurora zu bescheren.
02-04 01:00 – CME Update
Der CME ist am Solar Orbiter eingetroffen mit 30 nT. Solar Orbiter befindet sich etwas westlich von uns bei 0.6 AU. Damit kann es fast als sicher gelten, dass der CME bei uns eintrifft mit guten Chancen, dass er dies deutlich vor UTC-Mitternacht tut. 30nT bei 0.6 AU entspricht etwa 15-20 nT bei uns.
02-04 18:00 – CME-Impact 4.2. 1500 UTC
Der CME ist früher und stärker als erwartet eingetroffen.

Das interplanetare Magnetfeld erreichte eine Stärke von 22 nT, die Nord-Süd-Komponente fluktuiert, wir befinden uns in der turbulenten Sheath-Phase nach dem Eintreffen der Shockwelle. Den Kern des CMEs haben wir noch nicht erreicht. Die Geschwindigkeit des Sonnenwinds ist niedrig mit etwa 400 km/s.
Wahrscheinlich trifft morgen noch ein zweiter langsamerer CME ein.
Ob es für Mittelbreiten-Polarlicht heute Nacht reicht, lässt sich noch nicht sagen. Der Mond ist voll und hell und steht hoch, schwaches Polarlicht ist so schwer einzufangen.
02-07 06:00 – CME Analyse

31.1.2026-8.2.2026
Der CMe kam mit kräftiger Schockwelle, wobei die Geschwindigkeit gering blieb. Nach UTC-Mitternacht am 5.2. erreichte uns der Kern des CMEs mit erst südlichem dann nördlichem Magnetfeld. Wir wurden nur gestreift, deshalb blieben die Auswirkungen kurz und gering. Polarlicht gab es vor allem in hohen Breiten. Später ging der CME in einen High-Speed-Stream über (schneller Sonnenwind aus koronalem Loch).
Weiter im nächsten Beitrag:
Launische Sonne wirft uns Krumen hin
Mehr Updates immer auf X oder bluesky
⚜️
Hallo Marko,
ein Vorschlag für die Beiträge, die (wie der hiesige) mehrere chronologische Updates erfahren:
Entweder die Beiträge absteigend sortieren (neuesten ganz oben) oder im Inhaltsverzeichnis das Datum und die Uhrzeit des zugehörigen Updates in Klammern notieren.
VG, Carl
Hallo Carl,
vielen Dank für Deinen Hinweis. Absteigend sortiert hatte ich zu Beginn, das funktioniert nur bei „echten“ Live-Tickern mit sehr kurzen Texten. Die Beiträge hier wurden so aber schnell unlesbar und verwirrend.
Datum und Uhrzeit in die Überschrift zu setzen kann ich mal probieren. Dass hier Updates nochmal in älteren Abschnitten zu finden sind ist aber auch die absolute Ausnahme. Vielleicht mach ich das in Zukunft besser nicht mehr so und lass dann die veralteten Daten einfach stehen. Das mit den Updates ist komplizierter als es aussieht und ich habe dafür noch nicht die optimale Lösung gefunden.
Liebe Grüße
Marko