Magnetische Umstrukturierung auf der Sonne führt zu koronalen Massenauswürfen (CMEs), einer mit erdgerichteten Anteilen, kaum Flares, wenig Sonnenflecken, weiterhin schneller Sonnenwind
02-18 – Synoptik

2026-02-18
- Einfluss des großen koronalen Lochs CH24+ nimmt langsam ab, eine Ausbuchtung nach Norden im Zentrum der Sonnenscheibe könnte die Geschwindigkeit des Sonnenwindes nahe der Erde kurzzeitig nochmals erhöhen.
- Negativ polarisiertes koronales Loch CH26– im Osten hat deutlich an Größe zugenommen – es ist nach Westen expandiert. In 3-5 Tagen könnte uns dessen schneller Sonnenwind erreichen.
- Nur drei aktive Regionen (Sonnenflecken-Gruppen) sind auf der sichtbaren Sonnenscheibe zu sehen, alle drei klein, zwei davon auch magnetisch sehr einfach, nur Region 4374 im Westen zeigt etwas Komplexität und abweichende Nord-Süd-Orientierung – dabei produziert sie C-Klasse-Flares im niedrigen Bereich.
- Die aktive Region im Osten, die vor Kurzem einen großen, schnellen CME produziert hat, hat sich aufgelöst oder ist noch nicht ins Sichtfeld rotiert.

2026-02-17 12:04 UTC

2026-02-18 04:01 UTC
SDO AIA 171/193/211 Base Difference zeigt Veränderungen in der Korona in den letzten 24 Stunden:

2026-02-18 04:01 UTC
- Im Osten Dimming – das koronale Loch CH26 hat sich vergrößert, das koronale Plasma ist verschwunden.
- Im Südosten Dimming und Brightening, Material wurde umverteilt, der dunkle Bereich hat wahrscheinlich einen Streamer-Blowout-CME gefüttert.
- Im Südwesten Dimming nach einem schnellen koronalen Massenauswurf hinter dem Westrand.
02-18 – Streamer Blowout CME + Sonnenfinsternis
Ein Streamer ist ein heller Plasmastrahl der im sichtbaren Licht von der Sonne absteht. Er bildet sich zwischen negativ und positiv polarisierten Löchern und produziert langsamen Sonnenwind mit hoher Dichte. Machmal führt Auftrieb von koronalem Plasma/Magnetfeld zu einem „Blowout“ – langsam bildet sich ein koronaler Massenauswurf, der die Gravitation der Sonne überwindet.
CCOR-1 Koronograf und SDO AIA 171/193/211 Base Difference
Neumond saust von Südosten nach Nordwesten durchs Bild und erzeugt kurz eine Sonnenfinsternis, gleichzeitig bläht sich der koronale Streamer auf und schließlich ist ein CME zu sehen
02-18 – Schneller CME von der Rückseite lässt Filament wackeln
Vor allem etwas für’s Auge – trotz allgemeiner Ruhe auf der Sonne passiert viel – auch ohne Flares.
Schneller koronaler Massenauswurf mit deutlich sichtbarem Filament und sich öffnenden Feldlinien erzeugt eine koronale Welle, die das Filament (Protuberanz) im Vordergrund wackeln lässt und womöglich destabilisiert
02-18 – CME vom 16.2. könnte heute am 18.2. eintreffen
In den sozialen Medien hatte ich über diese Filament-Eruption schon berichtet, jetzt hole ich den Eintrag im Weblog nach. Am 16.2. gegen Mittag/Nachmittag ereignete sich eine unscheinbare Filament-Eruption in der Nähe vom koronalen Loch CH24. Es wurde ein schneller, relativ schmaler CME produziert mit Ablenkung nach Ost/Nordost, in SOHO LASCO C2 nur schwach im Running Difference Modus zu sehen, sehr deutlich aber in STEREO COR2.

Dimming in SDO AIA 211

Unscheinbarer Halo in SOHO LASCO C2



Die Geschwindigkeit des CMEs wurde von NASA mit 1000 km/s ermittelt, Met Office UK 800 km/s und SWPC misst 600 km/s. Dementsprechend unterscheiden sich die simulierten Ankunftszeiten: Bei NASA am Mittag des 18.2., bei SWPC einen Tag später. Auch sehen SWPC und Met Office den CME weiter östlich mit geringerer Eintreffwahrscheinlichkeit.
Sollte der CME heute am 18.2. eintreffen und die richtige magnetische Konfiguration haben, könnte es für G1 MINOR STORM reichen, vielleicht auch für mehr. Aber noch ist nicht klar, ob er uns überhaupt trifft.
Fortsetzung folgt…
Mehr Updates immer auf X oder bluesky
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