Update: 2025-08-24 – 04:00 MESZ

Augenschmaus: Eruption und CME vom 20.8.2025, 05:00 UTC

Eine Bilderbuch-Eruption – hier zu sehen in GOES SUVI 304 Ansgtröm – ereignete sich am Morgen des 20.8.2025

GOES SUVI 171, 193, 304 Å

Eine Menge Material wurde sehr energetisch weggeschleudert, die koronalen Streamer werden stark beeinflusst, teilweise stark abgelenkt oder in den CME integriert.

GOES SUVI 171, 193, 304 Å + SOHO LASCO C2 Koronograf

Der koronale Massenauswurf ist groß und schnell – hauptsächlich nach Südosten gerichtet … könnte aber erdgerichtete Anteile haben. Zumindest die Auswirkungen der Shockfront könnten sich hier bemerkbar machen.

SOHO LASCO C2 + C3 Koronograf

Ein partieller Halo – sichtbar im STEREO Koronografen – deutet darauf hin, dass zumindest die Shockfront deutlich nach Westen – also zur Erde gerichtet ist. Vielleicht bewegt sie sich aber auch genau entgegengesetzt – also weg vom STEREO-Satelliten/der Erde.

STEREO A COR2 Koronograf: partieller Halo!
STEREO A COR2 Koronograf: partieller Halo!

CME-Analyse & Prognose

Die nördliche Verbindung zur Sonne endet bei 50° Ost, die südliche hinter dem östlichen Rand – das ist eine sehr weite Spanne und lässt den Massenauswurf insgesamt seltsam verdreht erscheinen, denn der nördliche Arm sieht so aus, als bewege er sich von uns weg und der südliche auf uns zu. Es scheint aber umgekehrt zu sein. Eine Prognose wird so sehr schwierig.

Mächtig, gewaltig und ganz und gar nicht nur vom Rand
Die Achse Erde-Sonne wird im LASCO C3 gestreift – ein Streifschuss ist demnach nicht ganz auszuschließen

NASA M2M Enlil-Lauf

Nach NASA’s Enlil wird uns der CME klar verfehlen, er läuft geradewegs in den High-Speed-Stream des nördlich der Eruption gelegenen koronalen Lochs. Es sei hierzu jedoch angemerkt, dass Enlil solch große Filament-Eruption in der Regel deutlich unterschätzt. Enlil ist designed um mit einem Gitterpunkt auf dem Koordinatensystem als Ursprung zu rechnen und nicht mit einer großen Spanne wie hier von mindestens 40°. Aufgrund der Bilddaten lässt sich durchaus ein erdgerichteter Anteil vermuten. Auch wirkte die Eruption so kräftig, dass sie den Stream temporär einfach weggefegt haben könnte.

CME Parameter

ParameterWert M2MWert MOSWOC
Ursprung Länge-93° (93° E)-59° (59° E)
Ursprung Breite-41° (41° S)-30° (30° S)
Geschwindigkeit1019 km/s950 km/s
(Halb-)Breite(45°) 90°(41°) 82°
Passage 21,5 Sonnenradien2025-08-20 08:49Z2025-08-20 09:30Z

Dichte

Nach NASA Enlil nicht so dicht wie gedacht – zumindest in der Ekliptik-Ebene (Kreis). Die Hauptmasse geht südlich davon im Enlil-Output verloren und ist auf dem mittleren Bild im 1AU Querschnitt (Rechteck) sehen.

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Geschwindigkeit

In gelb der schnelle Sonnenwind (High-Speed-Stream) in den der CME läuft. Da er schneller als der Stream ist, wird er möglicherweise abgebremst – vor allem aber bildet der High-Speed-Stream eine Barriere.

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MOSWOC Enlil-Ensemble

Varianten für den Anstieg der Dichte um den 23./24.8. sind hauptsächlich durch Unsicherheit für Zeitpunkt des Eintreffens und der Stärke einer Stream-Interaction-Region, die dem CME vorausläuft begründet. Ganz leichte Anstiege bei der Geschwindigkeit könnten vom modellierten CME stammen, der uns in allen Ensemble-Runs verfehlt bzw. nicht signifikant streift

swe.ssa.esa.int/metoffice-enlil-e-federated

HUXt

Bei HUXt mit 500 Ensemble-Läufen und MOSWOC-Analyse verfehlt der CME uns offenbar in allen Läufen
research.reading.ac.uk/met-spate/huxt-forecast/

ELEVo

Bei ELEVo mit 50.000 Ensemble-Läufen und NASA-Analyse (M2M) verfehlt der CME uns offenbar in allen Läufen
helioforecast.space/cme

Fazit

Die Wahrscheinlichkeit, dass uns etwas vom CME erreicht, ist den Modellen nach äußerst gering falls der High-Speed-Stream sich tatsächlich dort befindet, wo WSA vermutet. Stattdessen bekommen wir dann vielleicht etwas Polarlicht dank der CIR (corotating interaction region) am 23./24.8.


Zwei weitere CMEs vom Rand

Komposit aus GOES SUVI 304 + SOHO LASCO C2 + GOES CCOR-1 + SOHO LASCO C3 – Alle als Running Difference

2025-08-24 – Schwacher CME-Streifschuss?

Ende der Fluktuation des Magnetfeldes, Bx am Rand = am Rand des CMEs, sanfte Rotation von Bz, Abnahme der Geschwindigkeit und dann gleichmäßig, Absenken der Temperatur, Anstieg der Dichte ☞ Anzeichen für einen CME – insgesamt mit sehr schwachem Magnetfeld mit Btotal bei 5 nT

Die Plasma-Temperatur ist allerdings etwas zu hoch und schon kurze Zeit nach diesem Ausschnitt wird das Magnetfeld wieder turbulent, also nur teilweise ICME-Charakteristika und bei nur 4 nT auch nicht weiter der Rede wert.

2025-08-25 – ICME-Signatur im Sonnenwind

Eine weitere relativ schwache CME-Signatur (ICME = interplanetarer CME, also ein mit Instrumenten gemessener), bestätigt von ARCANE automated ICME detection – helioforecast.space/cmebz sowie NASA M2M (2025-08-24T17:00:00-IPS-001)

Vielleicht ein Ausläufer des CMEs vom 20.8.


Das aktuelle Weltraumwetter vom 19.8.-21.8. ist in diesem Beitrag beschrieben:
Schneller Sonnenwind, kleiner Massenauswurf

Weiter geht es hier: Plasmaregen & Halo-CME – Die Sonne dreht auf

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