Update: 26.1. 01:00 MEZ

Starke Sonneneruption am 18.1. gegen 19:00 MEZ – Sonnensturm (koronaler Massenauswurf, CME) Richtung Erde unterwegs – Mögliche Ankunft am frühen 20.1. – Starker bis schwerer geomagnetischer Sturm möglich (G3-G4), ebenso visuelles Mittelbreiten-Polarlicht.

SWPC/NOAA gibt einen G4-Watch für den 20.1. aus, ebenso Met Office UK

Region 4341 – Rotierender Sonnenfleck und Wirbel-Strukturen am 17.1.

19.1. 02:00 MEZ – In den Magnetogramm-Bildern vom SDO-Satelliten war am 17.1. deutlich eine Wirbel-Struktur zu erkennen, die auf Rotation in der und um die Region hindeutet.

SDO AIA 171, 211 + HMI Magnetogramm + Kontinuum

Zu sehen sind in sich verdrillte und miteinander verdrillte Strukturen. Eine Nahaufnahme zeigt Rotation des großen blauen Flecks im Uhrzeigersinn.

SDO AIA HMI Magnetogramm + Kontinuum

Dadurch kann unterhalb des Sonnenflecks Helizität abgebaut werden, oberhalb nimmt sie jedoch zu. Ein größeres Ereignis war damit erwartbar.

X1.99-Flare am 18.1.

SDO-Aufnahmen

Komplexe Eruption startet mit einer kleinen Rekonnexion im Nordwesten, die Störung pflanzt sich fort nach Südosten, Region 4345 (der Streifen im Süden) – dann die Haupteruption – Feldlinien öffnen sich im großen Umfang – triggert eine Filament-Eruption im Nordwesten. Schließlich post-eruptive Arkaden.

SDO AIA 131, 171 Angström /// SDO HMI Magnetogramm

Herausgezoomt 1600 UTC – 0100 UTC:

SDO AIA 131, 171 Angström /// SDO HMI Magnetogramm

SDO AIA 131 (verändertes Farb-Schema):

SDO AIA 131 Angström mit verändertem Farbschema

In SDO AIA 131 sehen wir zunächst sich öffnende Feldlinien nach Osten, im Anschluss nach Süden/Südwesten bzw. Richtung Erde. Damit wurde eine Filament-Eruption im Nordwesten getriggert, die sehr viel Material bewegt hat. Zum Schluss sehen wir SADs (Supra-Arcade-Downflows) im Osten.


SDO AIA 131, 171, 211

SDO AIA 131, 171, 211 zeigt ein komplexes Event. Hier am besten die Filament-Ruptur im Nordwesten.


SDO AIA 131 und 331 Angström

in SDO AIA 131 + 335 Angström sehr gut zu sehen, wie Material direkt auf uns zukommt.


Zuletzt noch eine Großaufnahme mit koronalem Loch, Flare und Dimming

SDO AIA 171, 211 und 335 Angström

Der große dunkle Bereich im Westen und Süden ist das koronale Loch CH15+, dessen schnellen Sonnenwind aus dem nördlichen Teil wir bereits abbekommen haben. Es besteht die Möglichkeit das ebendieser High-Speed-Stream den CME nach Osten ablenkt und damit für uns abschwächt.

Dimming

Drei-Farben (RGB) Base-Diffence Bilder zeigen, wo Material entkommen ist.

SDO AIA 171/193/211 Base Diffence

Nach der Eruption fehlt eine Menge Material. Wir sehen, wie die Grenze des koronalen Lochs auch die Grenze der Eruption ist. Im Osten begrenzt ein Filament-Kanal, im Norden weitere aktive Regionen. Es lässt sich erahnen, dass der CME nicht genau auf uns gerichtet ist, sondern eher nach Osten.


Nariaki Nitta a.k.a. ‚Halo CME‘ auf X hat eine Running-Difference-Image-Animation erstellt, die eine koronale Welle hauptsächlich nach Osten zeigt und wie das koronale Loch die Welle nach Westen und Süden ausbremst.

☞ x.com/halocme/status/2013065837842702738

GONG H-alpha

Cerro Tololo Observatorium in Chile zeigt die ruhige Sonne um 15:58z mit großem Filament im Westen, die Eruption im Gange um 17:57z und 18:14z, keine Filamente mehr zu sehen.

Koronografen

CCOR-1

Der CCOR-1 Koronograf am GOES-19-Satelliten zeigt einen bzw. mehrere Halo-CMEs. Hauptrichtung ist eher nach Osten.

CCOR-1 Full-Halo

Ich bin mir nicht ganz sicher, aber ich glaube eine weitere Struktur zu erkennen. Ein direkt zu uns gerichteter CME. Weniger kontrastreich und von der Pylone des Koronografen verdeckt. Möglicherweise in Zusammenhang mit der Filament-Eruption.

SOHO LASCO

Auch in SOHO-LASCO C3 ist zu sehen, dass der Hauptteil nach Osten geht. Eine deutliche Struktur nach Südwesten ist ebenfalls zu erkennen. Die Lücken im Süden und Westen entstehen wahrscheinlich durch den High-Speed-Stream von CH15+ (koronales Loch).

SOHO LASCO C3 + C3 Running Difference

STEREO

STEREO A COR2 zeigt von der Seite zwei CMEs. Ein großer zur Erde/nach Osten und ein zweiter kleinerer eher nach Süden.

Update 26.1.2026 0100 MEZ – Die Science-Quality-Bilder von STEREO A sind jetzt verfügbar. Hier sind sie:

STEREO A COR2
Science Data
STEREO A COR2 Running Difference
Science Data

Energetische Protonen – Strahlungssturm

S1 Strahlungssturm

Es war ein energiereiches Ereignis. Energetische Protonen wurden freigesetzt. S1-Strahlungssturm-Niveau wurde erreicht, allerdings hauptsächlich ‚weiche‘ Protonen, kein ‚hartes Spektrum‘ mit 100 bzw. 500 MeV-Protonen oder mehr.

Auch die >=30 und >= 50 MeV werden später detektiert.

S3 Strahlungssturm

19.1. 12:00 MEZ – S3 Level erreicht, >= 50 MeV-Protonen steigen auch, das Spektrum wird härter

Kurzwellenkommunikation über die Pole ist nicht mehr möglich, Polflüge sollten vermieden werden, Schwangere und Menschen mit elektronischen Implantaten sollten Flüge in großen Höhen vermeiden.

Suprathermische Protonen steigen

Das EPAM-Instrument des ACE-Satelliten erfasst niederenergetische Protonen (suprathermische Protonen >= 47 keV – 1 MeV). Mit Annäherung der CME-Schockwelle steigen sie an. Sobald die Shockwelle uns erreicht, werden sie wieder abfallen.

Sobald die Kurve sehr steil ansteigt ist die Shockfront nur noch wenige Stunden entfernt („CME-Rampe“).

Radioemissionen

Ein Mikrowellen-Burst, ein Type-IV Burst (zeigt CME-Schockwelle an) und zwei bzw. drei Type-II-Bursts (zeigt CMEs an) wurden registriert.

Microwave Burst

Update 21.1. 19:30 MEZ

Zwischen 17:44 und 18:08 wurde das gesamte Spektrum zwischen 1 und 18 GHz auf der Tagseite stark gestört. Zu der Zeit gab es sicher Probleme mit Radar, Satellitenkommunikation und vielen anderen Diensten.

☞ Owens Valley Solar Arrays (OVSA)ovsa.njit.edu/browser/?suntoday_date=2026-01-18

Type IV / Type II Radio Sweeps

Auszug aus den SWPC-Ereignissen vom 18.1. ☞ www.swpc.noaa.gov/products/solar-and-geophysical-event-reports

Begin Max  End Type Loc/Frq   Prtclrs       
----------------------------------------
1726 1726 1726 RBR 245 240

1727 1809 1851 XRA 1-8A X1.9
-> X1.9 Flare

1729 //// 1750 DSF S03E14 24
1730 1731 1731 RBR 2695 100
1731 1731 1731 RBR 410 100

1739 1757 1944 RBR 2695 3200
-> 10cm Radio Burst

1742 1753 1922 RBR 245 3200
1742 1750 1851 RBR 410 3700
1744 1751 1825 RBR 610 4200
1744 1747 1832 RBR 1415 1300
1744 1800 1933 RBR 4995 4200
1744 1757 1942 RBR 8800 2300
1745 1757 1848 RBR 15400 1200

1748 //// 1834 RSP 025-180 IV/1
-> Type IV Radio Sweep

1808 //// 1827 RSP 109-180 II/2 277
-> Type II Radio Sweep

1815 //// 1827 RSP 113-180 II/2 516
-> Type II Radio Sweep

RBR = Radio Burst; XRA = X-ray emissions, DSF = visible Flare in GONG H-alpha, RSP = Radio Sweep

☞ soleil.i4ds.ch/solarradio/callistoQuicklooks

SWPC Type II Alert

18:47:58.047
Space Weather Message Code: ALTTP2
Serial Number: 1466
Issue Time: 2026 Jan 18 1847 UTC

ALERT: Type II Radio Emission
Begin Time: 2026 Jan 18 1759 UTC
Estimated Velocity: 693 km/s

Description: Type II emissions occur in association with eruptions on the sun and typically indicate a coronal mass ejection is associated with a flare event.

Da dieser Type-II Burst nicht in der obigen Liste auftaucht, handelt es sich mutmaßlich um einen dritten. Es könnten also insgesamt drei CMEs unterwegs sein, die wohl aber mehr oder weniger als einer ankommen.

CME-Analysen & Modellläufe

NASA M2M

Ausklappen um Modellläufe und Parameter von NASA M2M (USA) zu sehen

Analyse 2026-01-18T18:09:00-CME-001

☞ kauai.ccmc.gsfc.nasa.gov/DONKI/view/CME/44032/1

„Halo CME first seen to the East by STEREO A COR2 beginning at 2026-01-18T18:09Z, as well as by GOES CCOR-1 as a halo in later frames. This CME is not currently visible in SOHO LASCO C2/C3 due to a downlink data gap which began at 2026-01-18T18:00Z. The source of this CME is a long duration X1.9 flare from Active Region 14341 (S15E20) which peaked at 2026-01-18T18:09Z. This flare is visible in SDO AIA 94 and 131, along with a wide region of dimming and field line opening seen in SDO AIA 193, 211 and GOES SUVI 284, as well as post eruptive arcades seen in SDO AIA 94 and 193.“

Leading-Edge-Analyse (Update 19.1. 09:00 MEZ)

Ursprung: Breite -22.0° (22°S); Länge -6.0° (6°E)
Geschwindigkeit: 1473.0 km/s
Halbbreite: 46° (92° Breite)
21.5 Rs: 2026-01-18T20:17Z

Modell-Output

Update 19.1. 12:00 MEZ – Neue Analyse, neue Modellläufe

☞ kauai.ccmc.gsfc.nasa.gov/DONKI/view/WSA-ENLIL/44043/1

NASA Enlil Geschwindigkeit Update
NASA Enlil Dichte Update

Ankunftszeit Erde = 2026-01-20T01:22Z (+- 7 hours)
Dauer der Störung in Stunden = 9.8 (+- 8 hours)
Mögliche Kp-Indizes nach Clock-Angle: (kp)90° = 9; (kp)135° = 9; (kp)180° = 9 (nur theoretische Werte!)

Weitere Impacts:
Solar Orbiter 2026-01-19T17:18Z

Sollte der Lauf dem entsprechen, was uns erwartet, so können wir mit einem schnellen CME rechnen, der wohl nach UTC-Mitternacht ankommt, vielleicht früher, vielleicht später. G4 SEVERE STORM wäre hiernach möglich, G5 nicht völlig auszuschließen.


SWPC

Ausklappen um Modellläufe und Parameter von SWPC/NOAA (USA) zu sehen

Update 19.1. 13:30 MEZ

SWPC/NOAA gibt G4-Watch aus für den 20.1., G1-Watch für den 21.1.. (G4 ist die höchste Warnstufe, G5-Warnungen gibt es nicht)

SWPC Enlil-Lauf 19.1. 0900Z

Bei SWPC werden wir vom CME eher nur gestreift, dennoch gibt SWPC die höchste Warnstufe aus.

☞ www.swpc.noaa.gov/products/wsa-enlil-solar-wind-prediction


KASA

Ausklappen um Modellläufe und Parameter von KASA (Korea) zu sehen

Der koreanische Weltraumdienst KASA sieht eine 30% -ige Chance auf G3, 70% für G1-G2 (veraltete Vorhersage)

Die Ankunft wird für den Morgen des 20.1. berechnet

CME-Parameter:

Time at 21.5Rs boundary: 2026-01-18 20:59
Radial velocity (km/s): 1294.5
Longitude (deg): -20.8
Latitude (deg): -1.3
Half-angular width (deg): 38.5

☞ spaceweather.kasa.go.kr/eng/main.do
☞ spaceweather.kasa.go.kr/eng/geomagnet.do


BoM

Der australische Wetterdienst BoM (Bureau of Meteorology) hat in seiner Text-Vorhersage

Date   Ap Conditions 
--------------------------
19 Jan 20 G0-G1
20 Jan 65 G3, chance of G4
21 Jan 55 G3, chance of G4

Auf der Startseite jedoch:

Also rechnet BoM schon mit Auswirkungen am 19.1. (UTC)

BoM CME-Analyse: 
21.5 Rs: 2026018T1944
Lat 2° Lon -11°
Half Width 50°
Speed 1973 km/s

Möglicherweise haben sie die den Halo/den Shock als CME-Parameter benutzt, was eine falsche Vorhersage zur Folge hätte. Dieser Modelllauf ist also mit Vorsicht zu genießen.

Bei solchen Events sind SWPC und Met Office die offiziellen Agenturen, die die zuverlässigsten Vorhersagen liefern!

Nachtrag 20.1. 17:30 MEZ – Nachträglich betrachtet war dieser Modelllauf am nächsten an der tatsächlichen Ankunftszeit

☞ enlil-web.sws.bom.gov.au/ips_enlil.php?run=OPS-AUTORUN&url=1
☞ www.sws.bom.gov.au/Space_Weather/1/1
☞ www.sws.bom.gov.au/


SEPC, NSSC, CAS

Der chinesische Weltraumwetterdienst sieht eine Ankunft möglich am 19.1. 2200z

Predicted Arrival Time: 2026-01-19T22:00Z
Confidence that the CME will arrive: 80.0%
Predicted geomagnetic storm max Kp range due to CME: 7.0 - 9.0

☞ kauai.ccmc.gsfc.nasa.gov/CMEscoreboard/prediction/detail/5203
☞ http://eng.sepc.ac.cn/dailyForecast.php (nur http)


Met Office UK (MOSWOC)

Update 19.1 14:30 MEZ

G4-Watch von Met Office
Gültig: 20.1. 2026 00:01 UTC – 21.1.2026 23:59 UTC

Ausklappen um Modellläufe und Parameter von Met Office (UK) zu sehen

A CME which left the Earth on 18 Jan, following an X1.9 flare, is expected to arrive either late on 19 Jan or early on 20 Jan, with solar wind speeds likely becoming very strong.

CME arrival late on Day 1 or early Day 2 (19-20 Jan) mean G2-G3/Moderate-Strong storms likely with a chance of G4/Severe Storm intervals.

Modelllauf von 0800z (Update)

MOSWOC Enlil-Lauf vom 19.1 0800z

Ensemble-Lauf zeigt mehrere Möglichkeiten:

CME-Parameter (Update):

21.5 Rs    2026-01-18 20:40 UTC
Latitude -5°
Longitude -30°
Speed 1400 km/s
Half angle 40°

Geschätzte Wahrscheinlichkeiten für geomagnetische Sturm-Stärke

„A full halo CME associated with the X1.9 long period flare on 18 Jan has been analysed and is expected to arrive at Earth either late on Day 1 (19 Jan) or early on Day 2 (20 Jan), potentially bringing very strong wind speeds. Whilst the flare took place in a good Earth facing position, in coronagraph imagery the bulk of the CME appeared to be deflected east, likely by the fast winds from CH15. A wider and fast full halo shock was evident, so an arrival is expected at Earth. A filament also erupted as a part of this flare event which tends to give a denser and potentially more geoeffective CME. Therefore there is more than usual uncertainty about the level of geomagnetic activity associated with this CME.“

☞ swe.ssa.esa.int/metoffice-enlil-e-federated
☞ swe.ssa.esa.int/metoffice-alerts-e-federated
☞ weather.metoffice.gov.uk/specialist-forecasts/space-weather


HUXt

Ausklappen um den Ensemble-Modelllauf von HUXt (UK) zu sehen

Basierend auf Met Office Analyse. Ankunft im Laufe des 20.1., aber hier sicher etwas zu spät.

☞ research.reading.ac.uk/met-spate/huxt-forecast/


⚜️

Live-Updates 19.1.

19.1. 13:00 MEZ – Der CME hat die Hälfte der Strecke Sonne-Erde zurückgelegt, zu sehen im Heliospheric Imager II von STEREO A (Seitenansicht)

☞ stereo-ssc.nascom.nasa.gov/browse/2026/01/19/ahead/hi2/1024/thumbnail.shtml


19.1. 15:00 MEZ – Der CME scheint schneller zu sein als erwartet. Eine Ankunft vor UTC-Mitternacht würde ich nicht ausschließen. Hier zu sehen im J-Plot von STEREO HI1/2 (unten Sonne, oben Erde, Zeit von links nach rechts)


19.1. 15:30 MEZ – Mehr „Outflow“ im STEREO COR2 Koronografen deutet auf Nachschub hin

„Schnee“ im SOHO LASCO C2 Koronografen zeigt energetische Protonen des Strahlungssturms, die den Sensor treffen.


19.1. 17:30 MEZ – Sehr hohe absolute Werte im EPAM-Instrument des ACE Satelliten. Die Shockfront naht. Sobald die Kurve steil ansteigt, steht der Impact kurz bevor.

☞ Grafik von Andreas Möller / polarlicht-vorhersage.de


19.1. 19:30 MEZS4 Strahlungssturm erreicht

Die energetischen >= 10 MeV Protonen haben die 10.000 Proton-Flux-Unit-Marke überschritten und damit haben wir einen starken S4 Strahlungssturm, der stärkste mit weichem Spektrum seit 2001. Den stärksten Strahlungssturm mit hartem Spektrum (>= 100 MeV, >= 500 MeV) seit langer Zeit gab es im Herbst 2025.


Der Strahlungssturm ist auch sichtbar im SOHO LASCO Koronografen als „Schnee“.

SOHO LASCO C3 (in rot statt blau) mit CME und anschließendem „Schneesturm“. Im unteren Teil die Kurven aus dem GOES proton-Flux-Instrument.

Die niederenergetischen Protonen im ACE EPAM erreichen ebenfalls ungekannte Höhen:

☞ Grafik von Andreas Möller / polarlicht-vorhersage.de

Die Schockwelle des CMEs kann nicht mehr weit sein. Schätzungsweise weniger als eine Stunde entfernt, wahrscheinlich eher eine halbe Stunde oder noch weniger.


19.1. 20:10 MEZ – Impact am L1 um 18:59 UTC = 19:59 MEZ mit Magnetfeld Bt 86.67 nT am ACE-Satelliten.

Am DSCOVR-Satelliten wurden 94 nT gemessen. Das ist extrem und möglicherweise ein Rekord.

Bz erreichte -81 nT. Das ist ein weiterer rekordverdächtiger Wert!


19.1. 20:50 MEZ – SWPC Echtzeit-Kp Index 8 bzw. G4 SEVERE STORM; Rote Strahlen (Aurora) auf norddeutschen Webcams; AE-Index übersättigt


19.1. 21:20 MEZ – Rote Strahlen auf Nord- und Ostseewebcams; Rote Strahlen am Nordhorizont in Lindenberg bei Berlin – Das Oval wandert nach Süden


19.1. 21:25 MEZ – Rote Strahlen auf Webcams in Nürnberg, Hagen und anderswo


19.1. 21:35 MEZ – Polarlicht jetzt auf vielen Alpen-Webcams sichtbar (rote Strahlen)


19.1. 21:40 MEZ – Die Nord-Süd-Komponente des interplanetaren Magnetfeldes ist jetzt stabil im negativen Bereich (südlich) und zwar um die -40 nT herum. Extreme magnetische Konvektion ist die Folge. Wir könnten den Mai 2024 toppen.

Extreme Werte!


19.1. 21:45 MEZ – Eventuell RAGDA auf der Kap Arkona Cam

☞ kap-arkona.panomax.com /peilturm?t=2026-01-19+21-40-00&r=351&z=95&tl=0


19.1. 21:55 MEZ – Zweiter grüner Bogen auf Rügen Webcam – wahrscheinlich Proton-Aurora

☞ kap-arkona.panomax.com /vitt?t=2026-01-19+21-50-03&r=30&z=118&tl=0


19.1. 22:00 MEZ – Aurora überall

Brocken im Harz

Kap Arkona: Die Aurora ist heller als der Leuchtturm!

☞ kap-arkona.panomax.com/peilturm?t=2026-01-19+22-00-00&r=339&z=108&tl=42


19.1. 22:30 MEZ – Die Alpen glühen

☞ alpspix.panomax.com?t=2026-01-19+22-30-00&r=340&z=90&tl=0

☞ obertauern.panomax.com/hundskogel?t=2026-01-19+22-20-00&r=355&z=81&tl=0


19.1. 22:55 MEZ – Dieses Event könnte den Mai 2024 Sturm in mancher Hinsicht toppen. Allerdings ist Bz gerade sehr nördlich. Eventuell sehen wir ein N-W-S-Flux-Rope, was bedeuten würde, dass Bz für längere Zeit positiv bleibt. Normalerweise würde das bedeuten, dass sich das Oval an die Pole zurückzieht. Allerdings haben wir +67 nT Bz und +69 nT Bt, es kann sein, dass sich die Magnetosphäre hier anders verhält. Wir befinden uns mit solch extremen Werten auf unbekanntem Terrain.

Ich wünsche allen Polarlichtfans noch viele weitere schöne Bilder. Wir haben heute Abend einige seltene Phänomene gesehen. Hier gibt es viel auszuwerten. Ich mach jetzt erst mal Pause. 💤


Live Updates 20.1.

20.1. 17:50 MEZ – Weiter geht es mit Aurora. Auf Webcams im Norden sind bereits der grüne Bogen und rote Strahlen zu sehen!


20.1. 18:40 MEZ – Aurora Explosion gegen 18:30 MEZ

Hochwald/Oybin, Zittauer Gebirge

Brocken, Harz

Rax Alpe bei Wien

Wildhaus, Schweiz

Lindenberg bei Berlin


20.1. 18:50 MEZ – SAR Bogen in den Alpen


20.1. 22:45 MEZ – Den Daten von Michael Theusners Aurora-Tool-Suite zur Folge hatten wir heute Abend bereits drei größere Substürme in rascher Folge:

17:30 UTC / 18:30 MEZ
18:45 UTC / 19:45 MEZ
19:45 UTC / 20:45 MEZ

☞ aurora.mtwetter.de/forecast.php?nightMode=_nightMode (gerade überlastet, Grafiken gibt es auch bei polarlicht-vorhersage.de)

Im Moment tut sich nicht viel. Aber der nächste große Substurm kommt ganz bestimmt und zwar mit hoher Wahrscheinlichkeit noch vor Mitternacht. Alle die in der Kälte ausharren sollten vielleicht noch ein Heißgetränk zu sich nehmen und noch etwas Geduld haben.

Die magnetische Konvektion ist jetzt etwas stabiler ohne große Änderungen der Werte im Sonnenwind und im interplanetaren Magnetfeld. Dadurch werden Substürme seltener getriggert. Aber nach max. 3,5 Stunden wird sich die Magnetosphäre auch ohne Trigger entladen und zwar dann hoffentlich umso mächtiger.

Es ist noch sehr viel Energie in der Magnetosphäre: Polar Cap Index 9 mV/m – der nächste Substurm kann sich jederzeit entladen. ☞ pcindex.org


20.1. 23:35 MEZ – Substurm!


Live Updates 21.1.

21.1. 22:00 MEZ – Sporadisch Proton-Aurora-Flecken auf einigen Webcams seit der Dämmerung, hier 21:40 MEZ 20:40 UTC; Ich würde den Aurora-Typus unter „Isolated Proton Aurora“ einordnen, weil wirklich nichts anderes zu sehen ist, kein roter Bogen, kein grüner Oval-Bogen, irgendwelche Strahlen – nur einzelne grüne Flecken, die vorbeihuschen.

☞ amrum.panomax.com/nebel?t=2026-01-21+21-40-00&r=16&z=100&tl=0

☞ opendata.dwd.de/weather/webcam/Lindenberg-NNE/Lindenberg-NNE_20260121_2020_1920.jpg

☞ amtsberg.panomax.com?t=2026-01-21+21-40-00&r=358&z=100&tl=0

21:50 MEZ 2050 UTC

☞ usedom.panomax.com/bansin?t=2026-01-21+21-50-00&r=1&z=121&tl=74

23:30 MEZ 2230 UTC – Immer noch Proton-Flecken auf den Webcams – obwohl die geomagnetische Aktivität völlig ruhig ist im Moment. Das ist erstaunlich. In der Recovery-Phase großer geomagnetischer Stürme sind solche isolierten grünen Bögen bzw. Flecken typisch.


Analyse

21.1. 11:00 MEZ – Der CME brauchte knapp 25 Stunden von der Sonne bis zur Erde (Transit-Zeit), das sind etwa 1700 km/s Durchschnittsgeschwindigkeit.

Solar Energetic Particles: Die energetischen Protonen des Ereignisses erreichten erdnah 36.976 Proton Flux Units (>= 10MeV-Protonen), damit S4 Strahlungssturm-Stärke. Das letzte Ereignis für >=10MeV-Protonen, das stärker war, war 1991. (Energetische Protonen tragen nicht direkt zur Aurora-Aktivität bei, können aber für Schwierigkeiten bei Satelliten sorgen und gesundheitliche Probleme bei Menschen im Weltraum verursachen). Da das harte Spektrum fehlte (>=100MeV Protonen) war es jedoch ein relativ harmloser Strahlungs-Sturm.

Flare: Der zur Eruption gehörende Flare war stark, jedoch nicht extrem mit X1.9 – aber er dauerte lange.

CME: Das Magnetfeld war stark komprimiert bei Eintreffen des Shocks und erreichte etwa 87 nT (Gesamtstärke), später im CME-Kern 91 nT, der wichtige Bz-Wert (Nord-Süd-Komponente) erreichte -58 nT – alles am ACE-Satelliten gemessen. Am DSCOVR wurden noch extremere Werte erfasst. Der Hauptteil des CMEs hatte ein nördliches Magnetfeld, damit eine schlechte Kopplung mit dem Erdmagnetfeld. Das sehr starke CME-Magnetfeld und die sehr hohe Geschwindigkeit von 1178 km/s sorgten dennoch für reichlich Energieübertragung.

Ob der CME ein W-N-E oder eher N-E-S Flux-Rope hatte, lässt sich nicht abschließend klären. Möglich wäre auch ein 45° geneigter CME mit einem kombiniertem Flux-Rope (W-N-E-S). Anschließend scheint ein weiterer CME eingetroffen zu sein. Ein Einfluss des High-Speed-Streams aus CH15+ im Süden und Westen ist wahrscheinlich, lässt sich aus den aktuellen Daten aber nicht genau heraus lesen.

Geomagnetischer Sturm: Der DST-Index blieb bei über -250nT, Hp30 erreichte 10, Kp „nur“ 8.666 und damit G4, es war also ein schwerer geomagnetischer Sturm aber kein extremer. Wie dem auch sei, dauert der Sturm noch an und ist demnach außergewöhnlich lang. Wir konnten sehen, dass die Aurora nicht besonders weit nach Süden gewandert ist. Da sie aber sehr hoch in die Ionosphäre reichte, war sie dennoch weit zu sehen.

Supersturm: Wäre Bz im Hauptteil südlich (negativ) gewesen, hätte es sich hier um ein kritisches Ereignis gehandelt, das das Carrington-Event 1859 übertroffen hätte und hätte wohl für einige Probleme bei kritischer Infrastruktur gesorgt. In dieser Hinsicht haben wir quasi Glück gehabt (Aurora-Fans Pech). Es gab sicher auch so einige Störungen, dazu liegen noch keine Erkenntnisse vor.

Eine sehr ausführliche Diskussion der Eruption und der CME-Eigenschaften liefert Dr. Tamitha Skov in ihrem Forecast/CME-Briefing-Update auf youtube: www.youtube.com/watch?v=xFdgmQMOSas

AE-Index

21.1. 19:30 MEZ – Der Auroral-Electrojet-Index vom WDC Kyoto zeigt starke Aurora-Aktivität über zwei Tage an, am stärksten kurz nach dem Shock-Impact und am Mittag des 20.1.

☞ wdc.kugi.kyoto-u.ac.jp/ae_realtime/202601/index_20260121.html

Polar Cap Index

Der PC-Index gibt an, wie stark der Zustrom elektrischer Energie in die Magnetosphäre ist. Mit ihm lassen sich gut magnetische Substürme vorhersagen (über 2.5 mV/m hohe Wahrscheinlichkeit, über 5 mV/m sehr hohe Wahrscheinlichkeit für Substorm-Onset in Kürze). In stärkeren geomagnetischen Stürmen erreicht der Wert manchmal 15 mV/m, vielleicht auch 20, dieser Sturm erreicht 30 mV/m zu Beginn – ein extremer Wert!

☞ pcindex.org


Polarlicht-Sichtungen im AKM-Forum:
Polarlicht 2026-01-19/20
Polarlicht 2026-01-20/21
Polarlicht 2026-01-21/22

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