Lexikon A-Z
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Aurora
Die international und fachsprachlich gebräuchliche Bezeichnung für Polarlicht. Eine Unterscheidung zwischen Nordlicht (Aurora borealis) und Südlicht (Aurora australis) ist dabei unüblich und wird nur in seltenen Fällen benutzt, da die Aurorae (= Plural) immer synchron auftreten. Die Aurora-Zone liegt etwas polwärts vom Polarkreis – in Europa bei etwa 70°N – und bildet eine mehr oder weniger kreisförmige Struktur um den Globus – das Aurora-Oval. Auch bei geringer geomagnetischer Aktivität leuchtet sie, nur sehr schwach und sehr weit nördlich bzw. polwärts. Bei einem geomagnetischen Sturm scheint sie hell und bunt und wandert gen Äquator. Dieses Jahr hat es das Oval schon zwei Mal bis Mitteleuropa geschafft und die Aurora war im Zenit zu sehen, meistens jedoch ist sie nur subvisuell, d.h. nur mit den empfindlichen Sensoren einer Digitalkamera am nördlichen Horizont fotografisch zu beobachten.
CME, ICME
Koronaler Massenauswurf, auch „Sonnensturm“ genannt
High-Speed-Stream (HSS)
Schneller Sonnenwind aus koronalen Löchern
NOAA/SWPC
NOAA (National Oceanic and Atmospheric Administration) ist der US-amerikanische staatliche Wetterdienst, der das altehrwürdige SWPC (Space Weather Prediction Center – ausgesprochen „Swippsie“) in Boulder, Colorado betreibt. SWPC gibt tägliche Raumwetterzusammenfassungen und Vorhersagen heraus. Sie benutzen das WSA-Enlil-Modell, das den Sonnenwind und die ICME-Ausbreitung berechnet. Außerdem gibt SWPC offizielle Warnungen für Strahlungsstürme („SEP-Events“), Radio Blackouts und geomagnetische Stürme heraus und eine Vorhersage des Kp-Indexes für die nächsten drei Tage (die einzelnen Werte sollten nicht zu genau genommen werden und nur als ungefährer Anhaltspunkt dienen). SWPC ist weiterhin Betreiber des DSCOVR-Satelliten, einiger GOES-Satelliten und Mitbetreiber des ACE-Satelliten und die weltweit zentrale Sammelstelle der Daten die unter „Real Time Solar Wind“ abrufbar sind. Für 2025 ist der Start des „Space Weather Follow On“ Satelliten geplant, der DSCOVR, ACE und SOHO/LASCO ersetzen soll.
Von SWPC stammt die G1-G5-Skala für geomagnetische Stürme, die auch hier auf der Seite oft benutzt wird:
- G1 MINOR STORM (Kp 5) Kleiner Sturm
Durchschnittliche Häufigkeit: 900 Tage pro 11-Jahres-Zyklus - G2 MODERATE STORM (Kp 6) Moderater Sturm
Durchschnittliche Häufigkeit: 360 Tage pro 11-Jahres-Zyklus - G3 STRONG STORM (Kp 7) Starker Sturm
Durchschnittliche Häufigkeit: 130 Tage pro 11-Jahres-Zyklus - G4 SEVERE STORM (Kp 8) Schwerer Sturm
Durchschnittliche Häufigkeit: 60 Tage pro 11-Jahres-Zyklus - G5 EXTREME STORM (Kp 9) Extremer Sturm
Durchschnittliche Häufigkeit: 4 Tage pro 11-Jahres-Zyklus
SWPC stellt sich vor in diesem youtube-Video: https://www.youtube.com/watch?v=SAVjKx69dIY
UTC
Universal Time Coordinated – die allgemein gebräuchliche Uhrzeit für die Synchronisation von Maschinen (Computer z.B.), im Flugwesen, beim Militär, der Raumfahrt, dem Funkwesen und eben auch beim Raumwetter. Alle Prognosen werden in UTC ausgegeben, die Uhrzeiten auf Satellitenbildern oder grafischen Modellberechnungen sind immer UTC. Auch die tagesbezogenen Angaben bei NOAA/SWPC sind immer UTC, also Donnerstag G1 Minor Storm bezieht sich auf Donnerstag 0000 UTC bis Donnerstag 2359 UTC. Die Schreibweise ohne Trennzeichen zwischen Stunde und Minute ist üblich, manchmal wird die nicht offizielle Abkürzung UT benutzt (ist streng genommen eine andere Zeit), manchmal „Z“ (ausgesprochen „Zulu“), veraltet vor allem in Großbritannien auch manchmal noch GMT (Greenwich Mean Time). Wenn auf dieser Website keine Einheit nach der Uhrzeit steht, wurde es mglw. vergessen mit aufzuführen und es kann entweder UTC oder ME(S)Z sein.
UTC = MEZ -1 h
UTC = MESZ -2h
MEZ = UTC +1h
MESZ = UTC +2h
Die Verwendung von UTC ist nicht irgendwie versnoppt, sondern die beste Methode, Daten fehlerfrei und schnell zu übernehmen. Da der Unterschied zur Mitteleuropäischen Zeit nicht sehr groß ist, kann man sich in der Regel bei angekündigten Ereignissen die Umrechnung auch sparen, da solche errechneten Zeiten so gut wie nie auf die Stunde genau eintreffen.
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Siehe auch:
www.swpc.noaa.gov/content/space-weather-glossary